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Six Sigma

Six Sigma (6σ) ist eine Methode des Qualitätsmanagements von Unternehmen. Im Kern der Methode dienen statistische Mittel der Beschreibung, Messung, Analyse, Verbesserung und Überwachung von Geschäftsvorgängen. Jack Welch, der als CEO von General Electrics die Methode populär machte, betonte immer wieder: Mit Six Sigma richtet sich das ganze Unternehmen auf die Bedürfnisse der Kunden aus. Die ganze Führungsetage und die ganze Organisation, in Breite und Tiefe, soll mit Six Sigma die Überzeugung leben, dass alles interne, jeder einzelne Arbeitsschritt, ausschließlich dem Wohle des Kunden dient. 

Die Standardabweichung

Das Sigma (σ) ist in der Statistik das Maß für die Streuung einer Variablen um einen Mittelwert, bei der Gauß'schen Normalverteilung ist das die Standardabweichung. Ein Sigma rechts und links des Mittelwerts ist der Wendepunkt der Gauß'schen Kurve - noch ziemlich nahe am Mittelwert. Als Einheit für Standardabweichung gilt die gleiche wie für die Messwerte, die die Kurve bilden.

Für das Unternehmen ist der Mittelpunkt der Gauß'schen Normalverteilung der Zielwert. Um diesen wird ein Zielbereich bestimmt, innerhalb dessen  gewirtschaftet werden soll. Wo der Bereich endet, liegt die Spezifikationsgrenze. Ziel ist es aber nicht, den Bereich so zu legen, dass er einfach alle unternehmerischen Werte umfasst. Ziel des Unternehmens ist es, so zu handeln, dass alle Werte tatsächlich in dem Bereich liegen. Eine sinnvolle Spezifikationsgrenze liegt bei dem statistischen Wert von sechs Sigma.

Wenn man die Werte auf der Kurve einer Normalverteilung betrachtet, lässt sich folgendes lesen: 68,3 % der Werte liegen innerhalb einer Standardabweichung um den Mittelwert µ (my).  95,4 % der Werte liegen im Intervall µ ± 2σ, je zwei Sigma rechts und links des Mittelwerts, insgesamt also vier Sigma. 99,7 % der Werte liegen im Intervall µ ± 3σ. Das entspricht dem Ziel, das dem System seinen Namen gibt: sechs Sigma.

Das durchschnittliche Qualitätsniveau in den meisten Unternehmen liegt normalerweise zwischen drei und vier Sigma. Das entspricht einem Erfolg von 93,3 bis 99,4 %. In einem Prozess, der das Niveau von Six Sigma (6σ) erfüllt, entstehen nur 3,4 Fehler pro einer Million Fehlermöglichkeiten. Damit liegt die Anzahl der fehlerfreien Prozesse bei 99,99966 %. Kurz gesagt: Im Qualitäts-Management steht Six Sigma für Null-Fehler-Qualität.

Methode

Die bekannteste Six-Sigma-Methode ist der DMAIC-Zyklus: Define, Measure , Analyze, Improve, Control. Dieser Zyklus ist ein Weg, bestehende Prozesse messbar zu machen, um sie nachhaltig zu verbessern. Das oberste Ziel ist immer der zufriedene Kunde. Die Arbeitsgrundlage ist die Aufteilung aller unternehmerische Prozesse in kleinste Arbeitsschritte. Daraus ergeben sich viele einzelne Ziele zur Wertschöpfung, für die Gestaltung und vor allem zur Optimierung einzelner Prozesse. Einzeln und im Kontext zu den vorausgehenden und anschließenden Prozessen werden diese angepasst. Für diese Arbeitsweise ist viel Kommunikation nötig.

Die Hauptaufgabe von Six-Sigma-Managern oder -Beratern, ist es, den Kommunikationsrahmen zu organisieren, innerhalb dessen die Denkweise von Six-Sigma für jeden einzelnen Mitarbeiter zur Arbeitsphilosophie wird.

Organisation

Das führungspsychologische Konzept von Six Sigma beruht auf Rollendefinitionen. Die Rollen folgen einer klaren Hierarchie: Speziell ausgebildet Mitarbeiter übernehmen klar definierte Aufgaben. Ihr Rang wird nach Art japanischer Kampfsportarten mit Gürtelfarben definiert.

Der Erste ist der Master Black Belt (Trägers des schwarzen Gürtels), der als Coach, Trainer und Ausbilder wirkt.  Der Green Belt, meist im mittleren Management, ist beispielsweise ein Ingenieur, oder staatlich geprüfter Techniker, ein Einkäufer, Planer oder Meister. Unter der Leitung des Black Belt leitet der Green Belt Projekte und teilt für weitere Projekte weitere Leiter ein.

Anwendungsgebiete

Inzwischen wenden zahlreiche Großunternehmen in der Fertigungsindustrie, im Dienstleistungssektor und zunehmend auch in der Finanzindustrie Six Sigma an. Etwa seit der Jahrtausendwende kombinieren Unternehmen Six Sigma mit anderen Methoden aus der Lean Production. Daraus entstanden Begriffe wie Lean Sigma oder Lean Six Sigma bzw. Six Sigma + Lean.

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